RÜCKBLICK: Lesung am 22. Mai

Geschafft, die Lesung hat sich gelohnt. Ein kleiner Kreis von Gästen, vielleicht 25, ein Mix aus vorgetragenen Kolumnen, Erzählungen - mal tiefsinnig still, mal laut amüsant. Nicht immer optimal im Nebeneinander, aber für die Gäste sicherlich unterhaltsam. Die übliche Aufregung gabs auch: das zu schwache Leselicht, der viel zu hohe Tisch, die vermissten Freunde, die man eingeladen hatte. Nach einem solchen Abend nach Hause zu kommen, hat immer auch etwas Merkwürdiges: Für eine knappe Stunde stehst du im “Scheinwerferlicht”, alle Blicke fokusieren sich auf dich … - plötzlich aber schaltet jemand das Licht aus, es wird still um dich und ein schwarzes Loch tut sich vor dir auf. Hechelnd, um dem zu entgehen, klickst du dich durchs spätnächtliche Weltweitnetz, in der Hoffnung, irgendwo eine Nachricht, einen letzten, übersehenen Versuch einer Kommunikation zu finden, die dir gelten könnten - eine Email, einen geposteten Kommentar in deinen Blogs. Doch leider nichts. Es ist nachts halb zwei, als du beschließt: Alles ist wie immer, also ist Zeit zu schlafen.

 

 

                                                                                                                                                                                                      

                                                                                                                                                                     22. Mai 2008

                                                                                                                                                                            21:00

                                                                                                                                                                   Archiv Potsdam

                                   

 

Mit Schementhemen gibt es ab 2008 eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Essener Musiker und Autor Myk Jung                      

Diesmal präsentiert von der Archivnacht im Archiv Potsdam. Als Gastautor am 22. Mai 2008

dabei: Dietmar Haiduk aus Potsdam

 

                                                                                       

     

über Myk Jung

Myk Jung ist seit 1984 in der Independent Musik-Szene aktiv. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen

stehen seit Mitte der Achtziger zu Buche, zunächst in Deutschland, später auch in den USA.

2001 veröffentlicht Jung mit "Der Herr der Ohrringe" sein erstes Buch und damit

auch die erste original deutschsprachige Parodie auf Tolkiens Trilogie.

Seit über fünf Jahren begibt Myk sich immer wieder mal auf Lesetour, vor allem zum

"Herrn der Ohrringe", dem er 2003 das dazugehörige Hörbuch und ein Jahr später das Sequel

"Der Herr der Ohrringe II" folgen lässt. 2007 beendet er "Das Buch der Unfassbaren

Abenteuergeschichten".

                                       

 

Myks Kolumnen

Seit einigen Jahren präsentiert Myk Jung im Musikmagazin ‚Gothic’ seine ugenzwinkernden

Kolumnen zum menschlichen Miteinander, speziell und gern zu solchen Themen wie Liebe, Lethargie, Sehnsucht

und Zerrissenheit. Hier wird unter anderem erläutert, wieso immer und überall früher alles besser war als später, weshalb die Liebe

aus der Ferne erhabener ist als die erfüllte Liebe, warum man dem Fahrer der nächtlichen Discofahrgemeinschaft tröstend

entgegenkommen sollte und wie man der Angst vor der Nichtigkeit allen Schaffens begegnen mag.

Es werden darüber hinaus solche Fragen geklärt, warum das verzweifelte Streben nach Erfolg erfolglos macht,

weshalb wir im Alter verrohen – und wieso Dinge, die wir verlegt haben, genau dort wieder auftauchen,

wo wir schon fünfmal gesucht haben... Mit anderen Worten: der absurd-triviale Irrwitz des Alltags wird professionell

durchleuchtet und messerscharf seziert.

 

 

Myks Roman

Geschichten ums Erwachsenwerden. Adoleszenz

Die erste Liebe, die erste Zigarette, das erste Bier, der erste selbst komponierte Song -

und bittere Abneigung gegen die Schule: Wer kennt sie nicht, die Auswüchse der frühen Jahre

voller Drang und Rebellion, als man überzeugt war, über alle Maßen genial und cool zu sein? Musiker und Autor Myk Jung erzählt erfrischend humorvoll, mit welch brennender Hingabe die Gestalten seiner Adoleszenz-Geschichten die Klippen und Untiefen im Meer der pubertären Emotionalität umschifften, angeblich schon im Alter von vierzehn Jahren genialische Rockklassiker schrieben, die schönsten Mädchen in unnachahmlicher Abgebrühtheit umgarnten – und die tiefsten Weisheiten des menschlichen Daseins schon frühzeitig und unfehlbar erkannten. Vor allem aber im Träumen, Protzen und Geschichtenerzählen machte ihnen so schnell keiner was vor...

Dass Myk Jung in diesen überzogenen Kindheits-und Jugenderinnerungen vor allem das egozentrische Selbstverständnis von Heranwachsenden aufs Korn nimmt, weist er brüskiert von sich: Er glaubt, die Welt hätte sich mit ihm geändert, als er dreizehn wurde. Genau wie alle anderen, die jemals dreizehn wurden.

 

Myks Musik

Das erste unter eigenem Namen laufende musikalische Projekt ist das

Balladenalbum "Zenith Is Decline", von dem man während einiger

“Schementhemen” Akustik-Varianten zu hören bekommt.
www.myspace.com/mykjung

 

Gast-Autor am 22. Mai 2008 Dietmar Haiduk

Dietmar Haiduk studierte Filmregie in Babelsberg.

Nach verschiedenen Dokfilmprojekten widmet er sich mittlerweile der

freiberuflichen Arbeit als Autor und selbstständiger Veranstaltungsmanager.

Dietmar Haiduk lebt in Potsdam und veröffentlichte bisher Mein Sommer mit Marleen

(Erzählungen), Blogistiv 1.0 Notizen eines Jahres (Webtagebuch) sowie

Jeffy & Bernadette, ein Drehbuch. In Kürze erscheint der Roman

Abriss Leben.

        

www.abrissleben.probelesen.info

www.blogistiv.probelesen.info

www.jeffy.probelesen.info

www.marleen.probelesen.info

 

Leseprobe Dietmar Haiduk - Abriss Leben

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(...) In wenigen Monaten wurde aus Abgrenzung Provokanz und aus Desinteresse Intoleranz. 

Aus der folgenden Leere, weil nichts mehr war, was Widerspruch forderte oder gar prägte, wurde Feigheit

und aus der unausweichlichen Angst vorm Nichts, das kommen würde, Hilflosigkeit. 

Am Ende klapperten wir jeden Tag aufs Neue mit Dutzenden voller Bierflaschen vom Bahnhofsvorplatz nach Hause,

dem scheppernden Lärm im Rucksack auf unserem Rücken vertrauend, wie kleine Jungs pfeifend im Wald.

Nur um am nächsten Nachmittag, spät aus dem Rausch erwacht, bekotzt und stinkend,

in den angewiderten Blicken der von der Arbeit heimwärts hetzenden, so genannten Normalos

ausreichenden Grund für eine erneute Abgrenzung zu sehen. mehr

 

Leseprobe Dietmar Haiduk - Blogistiv 1.o

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16. April

Hier bei uns in Blacksburg

Was für ein Dilemma in dieser Welt: Während man sich selbst eben noch den Kopf zerbricht über

Sinn und Unsinn eines anstehenden Buchcover-Entwurfs, stirbt einige Flugstunden entfernt –

im amerikanischen Blacksburg – ein Mensch nach dem anderen.

mehr

 

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